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Chemische Peelings, Fruchtsäuren, AHA, BHA – Ein Überblick // BASICS

25. Februar 2018

Bevor ich loslege, möchte ich klarstellen, dass ein chemisches Peeling nicht gleichzusetzen ist mit einem mechanischen Peeling, einem Scrub. Ein chemisches Peeling wird meist in flüssiger Form, aber auch als Gel, Creme oder Serum angeboten. Es wird keine Art von Peeling-Korn oder Schleifpartikel aufweisen.

 

Was ist ein chemisches Peeling?

Chemische Peelings werden benutzt, um die Haut zu exfolieren. Sie werden in „Over-the-counter-Produkten“ (also Produkte, die frei verkäuflich und ohne Rezept erhältlich sind) als sehr oberflächliches Peeling eingesetzt, um die Hornschicht der Epidermis, die sogenannte „tote“ Hautschicht, zu lösen, regenerative Prozesse in der Haut herbeizuführen und somit ein jüngeres und frischeres Erscheinungsbild der Haut zu erreichen.

Die Substanzen, die hinter diesem Peeling stecken sind Hydroxysäuren, welche den sauren Bestandteil vieler Früchte bilden und deshalb auch Fruchtsäuren genannt werden. Sie werden in Alpha-Hydroxysäuren (engl. Alphahydroxyacid, kurz deshalb AHA) und Beta-Hydroxysäuren (engl. Betahydroxyacid, kurz deshalb BHA) unterschieden. Darüber hinaus gibt es noch die Poly-Hydroxysäuren (PHA), eine neue Generation der Alpha-Hydroxysäuren, auf die ich in diesem Beitrag aber nicht eingehen werde.

Bevor wir die Frage klären, wie Alpha- und Beta-Hydroxysäuren überhaupt wirken und warum sie in der Hautpflege so interessant sind, befassen wir uns kurz mit unserer Haut und ihren Eigenschaften.

Unsere Haut ist die äußerste Begrenzung unseres Körpers zur Umwelt und stellt so eine schützende Barriere vor äußeren Einflüssen dar. Sie ist mit 1,5 bis 2m2 das größte Organ des Menschen. Sie besteht aus drei Hautpschichten: Epidermis, Dermis und Subkutis. Allerdings ist die oberste Schicht der Haut, die Epidermis („Oberhaut“), für die Dermatokosmetik von größter Bedeutung, denn auf sie zielen die Wirkstoffe vieler Kosmetika ab.

Die mehrschichtige Epidermis besteht zu mehr als 95% aus speziellen, ziegelartig geschichteten Hautzellen, den Keratinozyten. Durch die ständige Erneuerung der Epidermis wandern die Zellen langsam durch alle Schichten und Differenzierungsstadien der Epidermis bis sie sich schließlich im Stratum Corneum in flache Korneozyten (verhornte, „tote“ Keratinozyten) umwandeln und die äußerste Begrenzung der Haut, die Hornschicht, bilden. Die Hornschicht wird deshalb auch als „tote“ Hautschicht bezeichnet.

Sobald dieser Zyklus des Durchwanderns der gesamten Epidermis abgeschlossen ist, was im Normalfall etwa 26-42 Tage dauert, werden sie als tote Hornzellen abgestoßen und sorgen so für eine kontinuierliche Hauterneuerung.

Die Hornschicht hat aber einen großen Einfluss auf das primäre Erscheinungsbild der Haut, besonders eine mangelnde Durchfeuchtung kann zur Folge haben, dass die Haut „runzelig und müde“ aussieht. Außerdem verlangsamt sich mit zunehmendem Alter der Zell-Turnover, Korneozyten werden signifikant größer und die Hautschuppen fallen nicht mehr so regelmäßig und selbstständig ab.

Und hier kommt dann die richtige Hautpflege in's Spiel: Denn bestimmte dermatokosmetische Wirkstoffe, etwa Retinoide, aber auch Hydroxysäuren, können genau diesen im Alter physiologisch verzögerten Zellzyklus (mit Vorliegen von älteren, unter Umständen in ihrer Funktion gestörten Korneozyten im Stratum corneum) beschleunigen und zu "jüngeren" Korneozyten in der Hornschicht und somit zu einem insgesamt frischeren Erscheinungsbild der Haut führen.

 

Alpha-Hydroxysäure

Die Familie der Alpha-Hydroxysäuren besteht aus mehreren Mitgliedern:

Alpha-HydroxysäureVorkommenEinsatzgebiet in der KosmetikGood to know
Glykolsäure
INCI: Glycolic Acid
• unreife Weintrauben
• Zuckerrohrsaft
• Zuckerrüben
• Rosmarin
In Kosmetikprodukten wird Glykolsäure als chemisches Peeling verwendet• Kleinste Molekülgröße
• Kann am tiefsten in die Haut penetrieren
• Sie hat dadurch die beste Wirkung
Milchsäure
INCI: Lactic Acid
• Sauermilch-produkte
• Tomatensaft
• Bier
• als chemisches Peeling mit einem sauren pH-Wert zwischen 3 und 4
• Das Salz der Milchsäure, Natriumlaktat, wird auch als Puffersubstanz eingesetzt, um den pH-Wert eines Kosmetikprodukts zu regulieren.
Milchsäure und ihr Salz, das Natriumlaktat, sind Bestandteil des hauteigenen Säureschutzmantels und erfüllen folgende Aufgaben:
• Sorgt für Durchfeuchtung der Haut
• Reguliert den pH-Wert des Säureschutzmantels
Sie wird wegen ihrer geringeren Molekülgröße besser vertragen als die Glykolsäure
Mandelsäure
INCI: Mandelic Acid

• bittere MandelnMandelsäure wird als chemisches Peeling immer populärer• Mandelsäure ist deutlich sanfter als seine beiden bekannten Kollegen Glykolsäure und Milchsäure
• So ist sie auch für empfindliche Haut geeignet
Weinsäure
INCI: Tartaric Acid
• Weintrauben
• Reben
• Löwenzahn
• Zuckerrüben
• und in vielen Früchten
In der Kosmetik wird Weinsäure als chemisches Peeling und Feuchthaltesubstanz verwendet
Äpfelsäure
INCI: Malic Acid
• Äpfel
• Quitten
• Weintrauben
Eine eher unbekanntere Hydroxycarbonsäure.
In der Praxis wird sie kaum verwendet, da sie sehr teuer ist
Citronensäure
INCI: Citric Acid
• Zitronen
• Und andere Früchte
Citronensäure wird in Kosmetikprodukten verwendet, um den pH Wert einzustellen

 

Die meiste Verwendung in Kosmetikprodukten finden Glykolsäure, Milchsäure und Mandelsäure. Davon ist die Glykolsäure, die mit der größten Wirkung, da sie die kleinste Molekülgröße aufweist und so leichter in die Haut penetrieren kann. Milchsäure und Mandelsäure dagegen haben im Vergleich eine größere Molekülstruktur, sind dadurch milder und eher geeignet für empfindliche Haut.

 

Also, wie wirken Alpha-Hydroxysäuren?

  • Professionelle Peelings (Hautarzt/Kosmetiker) führen in hoher Konzentration (bis zu 70%) zur Ablösung der Epidermis (Epidermolyse), in geringerer Konzentration (ab 5%) spalten sie die Bindung zwischen den Korneozyten (Interkorneozytäre Lipidschicht) und bewirken so das beschleunigte Loslösen der Zellen („Peelingeffekt“)
  • Fruchtsäuren können die stimulieren die Zellteilungsfreude der Keratinozyten, wodurch die vermehrt produzierten Zelllagen die Epidermis insgesamt dicker und kompakter machen und die Zahl der Bindegewebszellen und die Feuchtigkeitsspeicherung steigen
  • Die zwar dünnere, aber funktionstüchtigere und kompaktere Hornschicht schützt die Haut besser, fördert die Feuchtigkeitsspeicherung und senkt den unsichtbaren transepidermalen Wasserverlust (TEWL) der Haut
  • So können Alpha-Hydroxysäuren den im Alter verzögerten Zellzyklus beschleunigen und zu einem "jüngeren" Erscheinungsbild durch "jüngere" Korneozyten in der Hornschicht verhelfen
  • Sie können die körpereigene Kollagenbiosynthese (stützendes Bindegewebe) anregen (bei frei verkäuflichen Produkten geschieht dies nach einem Anwendungszeitraum von etwa 6 Monaten)
  • Fruchtsäuren wirken auch als Feuchthaltesubstanzen in der Haut, das heißt sie können Wasser an sich binden und so in der Haut speichern
  • Der pH-Wert ist ausschlaggebend: Alpha-Hydroxysäuren entfalten ihre exfolierende Wirkung nur, wenn der pH-Wert des Produkts sauer ist, genauer, wenn er zwischen 3 und 4 liegt
  • AHA Peelings für den Heimgebrauch (bis 15%) müssen durch die "geringe" Konzentration nicht neutralisiert werden

Daraus ergeben sich folgende Vorteile:

  • Die Haut sieht jünger, frischer und praller aus
  • Der Teint wird ebenmäßiger und die Haut fühlt sich weicher an
  • Kleine Fältchen und andere Alterungserscheinungen werden gemildert
  • Inhaltsstoffe können durch die fehlenden Hautschüppchen besser aufgenommen werden und wirken so stärker
  • Hyperpigmentierungen (Sonnenschäden, Aknenarben) können aufgehellt werden
  • Akne kann durch Hydroxysäuren verbessert werden, da tote Hautzellen nicht mehr die Poren „verstopfen“ können (in Kombination mit BHA noch besser)
  • Chemische Peelings sind effektiver als mechanische Peelings, da sie nicht nur an der Oberfläche wirken
  • Die fehlenden Hautschüppchen führen zu einer veränderten Lichtreflektion, was dazu führt, dass die Haut „glowy“ erscheint
  • Make up sitzt deutlich schöner auf der Haut

Für wen eignen sich Alpha-Hydroxysäuren?

AHA’s sind für nahezu alle Hauttypen, aber besonders für trockene Haut, sehr gut geeignet. Sie vermindern:

  • Alterungserscheinungen,
  • einen fahlen Teint,
  • Trockenheitsfältchen,
  • allgemein trockene Haut,
  • Sonnenschäden,
  • Aknenarben

 

Irritationspotential, Wirksamkeit und Möglichkeiten für empfindliche Haut

Vorsicht! Denn Glykolsäure und Milchsäure können in höherer Konzentration oder Dosierung auf empfindliche Haut irritierend wirken. Auch Anfänger sollten darauf achten, dass sie es nicht direkt übertreiben und Alpha-Hydroxysäuren nicht unterschätzen!

Deshalb wird dazu geraten, mit einer geringen Konzentration von etwa 5% (alles darunter dient nur noch als Feuchtigkeitsbinder in der Haut) zu beginnen und zu beobachten, ob Irritationen auftreten. Wenn das nicht der Fall ist, kann die Konzentration langsam gesteigert werden

Sollten Irritationen selbst bei geringen Konzentrationen und langen Anwendungsabständen auftreten und auch keine Besserung in Sicht sein, kann Mandelsäure Abhilfe schaffen, denn sie ist die mildeste Form von AHA und hat somit so gut wie kein Irritationspotential (Ausgenommen sind natürlich mögliche Allergien).

Wichtig zu wissen ist, dass ein leichtes Bitzeln während und nach dem Auftragen, normal ist. Ich empfinde es nicht als unangenehm, das empfindet aber jeder anders. In der Regel legt sich dieses Bitzeln in den ersten Sekunden/Minuten nach dem Auftrag und wird auch mit zunehmender Benutzung von AHA's schwächer oder geht gar vollkommen weg. Bei wem es irgendwann oder von Anfang gar nicht bitzelt, keine Sorge: solange das Produkt richtig formuliert ist, wirkt es trotzdem!

Nicht nur die Konzentration der Alpha-Hydroxysäuren beeinflusst die Wirkungsstärke und das Irritationspotential:

  • ein pH-Wert über 4 vermindert die exfolierende Wirkung, aber auch das Irritationspotential, da die tatsächliche Anzahl an freien Säuren vermindert wird
  • längere Abstände zwischen den Anwendungen chemischer Peelings halten das Irritationspotential geringer
  • kurze Einwirkzeiten oder das Abwaschen/Entfernen des Peelings vor der nachfolgenden Routine verringern die Wirkung und somit das Irritationspotential
  • flüssige Peelings, die direkt nach der Reinigung aufgetragen werden, sind intensiver als z.B. Lotions oder Cremes mit Alpha-Hydroxysäuren

Wer also wirklich sehr empfindliche Haut hat und lieber nichts riskieren möchte, der sollte entweder ganz auf AHA's verzichten, oder ein chemisches Peeling in Form einer Creme oder eines reichhaltigen Serums, mit erst einmal 5% AHA (vorzugsweise Milchsäure oder Mandelsäure) und einem höheren pH-Wert (ca. 4-4,5) in Betracht ziehen. Dieses dann etwa jeden dritten Tag anwenden, bei guter Verträglichkeit langsam steigern. Gegebenenfalls kann dann auch die Konzentration gesteigert und der pH-Wert verringert werden.

Der "Hype" um Alpha-Hydroxysäuren kann dazu führen, dass sie als Notwendigkeit verstanden werden. Ihre Vorteile sind zwar überzeugend, jedoch sollte man immer bedenken, dass nicht alles für jeden gleich gut funktioniert. So ist es wichtig, seine Haut und ihre Grenzen gut zu kennen: Nehmt Irritationen ernst und vermeidet die Inhaltsstoffe, die sie hervorrufen. Die Gesundheit der Haut steht immer an 1. Stelle. Erst dann sollte man sich Gedanken über ihr Aussehen machen. 

 

Beta-Hydroxysäure

Beta-Hydroxysäure, kurz BHA, steht nur für eine Säure, die Salicylsäure. Sie kommt natürlich in z.B. Weidenblättern vor.

In Europa darf Salicylsäure in Produkten, die auf der Haut verbleiben, nur bis zu zwei Prozent formuliert werden. Sie teilt zwar die keratolytische (exfolierende) Wirkung der Alpha-Hydroxysäure, ist jedoch nicht so effektiv wie AHA's und hat deshalb auch ein anderes Einsatzgebiet, sprich eine andere Haut-Zielgruppe. Dafür sie andere herausragende Qualitäten:

  • Sie ist im Gegensatz zu den Alpha-Hydroxysäuren lipidlöslich (lipophil: die Eigenschaft, sich in Fetten, fettähnlichen Substanzen und Ölen leicht zu lösen oder selbst als Lösungsmittel für derartige Substanzen zu dienen)
  • Durch die Lipidlöslichkeit kann Salicylsäure gut in die Follikel penetrieren, was sie auch besonders wirksam bei Akne macht
  • Sie wirkt leicht anti-inflammatorisch (entzündungshemmend) und antibakteriell, wodurch Hautirritationen reduziert und verhindert werden können. Das macht Salicylsäure zur milderen Hydroxysäure
  • Außerdem kann Salicylsäure eine Demodex-Besiedlung (Haarbalgmilbe) reduzieren, welche u.A. eine Ursache für Rosazea und periorale Dermatitis darstellen können (bitte bei jeglichen Hauterkrankungen immer zuerst einen Hautarzt konsultieren!)
  • Salicylsäure wirkt am besten bei einem pH-Wert von 3
  • Bei Salicylsäure kann es zu einer Anfangsverschlechterung der Haut kommen, beachtet also, dass ihr sie etwa für einen Zellzyklus anwendet, um wirklich sicher zu sein, ob oder dass sie nicht für euch funktioniert
  • Salicylsäure hört nach kurzer Zeit von selbst auf zu wirken, muss deshalb nicht neutralisiert werden und ist auch in höheren Konzentrationen sicher

Wenn du allergisch auf Acetylsalicylsäure (der Wirkstoff in Aspirin) reagierst, dann solltest du Salicylsäure nicht verwenden!

 

Für wen eignet sich Salicylsäure?

Salicylsäure kann jedem zugute kommen, ist aber besonders für fettige, ölige und zu Unreinheiten neigender Haut geeignet. Selbst empfindliche Haut sollte keine Probleme mit der Salicylsäure haben, durch die entzündungshemmende Wirkung sollte sie eher sogar von ihr profitieren können.

 

Wie und wann werden Hydroxysäuren angewandt?

Ich persönlich benutze chemische Peelings nur am Abend, da meine Routine morgens schon eine hohe Konzentration von Vitamin C als Wirkstoff enthält. AHA Toner (Produktbeispiel: The Ordinary 7% AHA Toning Solution, Review hier) mit einer geringen Konzentration können jedoch auch morgens angewandt werden.

Prinzipiell sollte man beachten, dass ein chemisches Peeling nicht mit anderen Wirkstoffen kombiniert wird, da das schnell zu viel des Guten ist und Irritationen nach sich ziehen kann. Wenn man trotzdem zwei Wirkstoffe kombinieren möchte, sollten beide eine nur geringe Konzentrationen enthalten.

Der Anwendungsschritt in der Routine ist abhängig von der Produktform und den persönlichen Vorlieben.

Flüssige Toner oder Pads: direkt nach der Reinigung auf das trockene Gesicht (Produktbeispiel: Paula's Choice - 10% AHA Weekly Peeling,Review hier)

Gel: direkt nach der Reinigung oder nach einem feuchtigkeitsspendenden Toner (Produktbeispiel: Drunk Elephant TLC Framboos Glycolic Night Serum, Review hier)

Lotion/Serum: kann auch direkt nach der Reinigung angewendet werden oder aber als "Treatment" nach Toner und mit/nach anderen Seren (Produktbeispiel: Paula's Choice 5% AHA Peeling, Review hier)

Creme: als abschließender versiegelnder Schritt nach der Routine

Ein professionelles chemisches Peeling durch einen Hautarzt, das mit bis zu 70% Alpha-Hydroxysäure und einem sehr sauren pH-Wert von weit unter 3 durchgeführt wird, muss vom Fachpersonal nach kurzer Einwirkzeit neutralisiert werden, damit die Säure nicht tiefer als beabsichtigt penetriert und ggf. zu starken Irritationen oder Verätzungen führt. Das ist bei den freiverkäuflichen Peelingprodukten nicht der Fall, sie müssen nicht neutralisiert werden, da sie nach 15-20 Minuten von selbst aufhören zu wirken, indem die Haut wieder ihren ursprünglichen pH-Wert von etwa 5,5 annimmt. 

Da die meisten Produkte mit Hydroxysäuren einen eingestellten ph-Wert haben, benötigen sie keine Einwirkzeit. Das heißt, der ph-Wert, den die Säuren brauchen, um zu wirken, kann nicht, oder nur minimal, durch andere Produkte beeinflusst und verändert werden. Die Säuren können also ungestört ihre Wirkung entfalten. Trotzdem ist es von Vorteil, das Produkt absorbieren zu lassen, das wird aber sicher nur ein, zwei Minuten in Anspruch nehmen. (Danke Leon, für die Info!)

Die Anwendungshäufigkeit richtet sich danach, wie gut die Peelings vertragen werden. Nach anfänglich etwa 1x pro Woche mit 5% AHA, kann langsam die Häufigkeit gesteigert werden. Um sichtbare Erfolge zu sehen sollte 2-3 mal die Woche ein Peeling angewendet werden, bei guter Verträglichkeit kann auf eine tägliche Anwendung gesteigert werden. Dabei empfiehlt sich eine Konzentration von 5-8%. Einmal die Woche kann dann eine höhere Konzentration 10-15% als Extra-Kick genutzt werden. Mittlerweile gibt es auch freiverkäufliche AHA Treatment Masken, die bis zu 30% AHA (Produktbeispiel: The Ordinary Peeling Solution, Review hier) enthalten und nur ein paar Minuten auf der Haut verbleiben.

 

Was muss ich sonst noch beachten, wenn ich Hydroxysäuren verwende?

1. Sonnenschutz ist das A und O!

Wenn du ein chemisches Peeling in deiner Routine verwendest, solltest du tagsüber auf jeden Fall einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 tragen! 

Da die UV-Strahlung mit bis zu 80% einer der Hauptverursacher der extrinsischen Hautalterung (Photoaging) ist und zudem auch Hautkrebs verursachen kann, sollte jeder täglich einen Sonnenschutz benutzen und bestensfall direkte Sonneneinstrahlung meiden. Ganz besonders wichtig wird es, wenn man chemische Peelings benutzt, denn durch das Peeling reagiert die Haut noch empfindlicher auf Sonneneinstrahlung.

Außerdem würde ich mal behaupten, dass Hydroxysäuren von den meisten zu "Anti-Aging" Zwecken genutzt werden, denn  sie wirken pro-aktiv und auch rückwirkend. Wer also wirklich Zeit und Geld in eine Anti-Aging Routine investiert, wäre schön blöd, keinen Sonnenschutz zu tragen, denn die Routine wäre dann so gut wie sinnlos.

2. Klein anfangen und langsam steigern!

Wie jetzt schon öfter erwähnt, sollte man sich langsam an Alpha-Hydroxysäuren herantasten, um unnötige Irritationen zu vermeiden. Klein anfangen heißt 5% AHA, zuerst an einer kleinen Stelle im Gesicht ausprobieren. Alles gut? Dann ruhig im ganzen Gesicht anwenden, etwa alle 4 Tage, bei guter Verträglichkeit die Anwendungshäufigkeit steigern und wenn auch dann noch alles gut ist, die Konzentration langsam steigern.

3. Verwende Produkte, die sinnvoll formuliert sind!

Hydroxysäuren sind als Anti-Aging Wirkstoff toll, werden sie allerdings in Produkten mit reizenden Inhaltsstoffen kombiniert, könnte man es, überspitzt gesagt, auch gleich bleiben lassen. Versuche also Produkte mit Inhaltsstoffen wie schlechten Alkohol oder synthetische und natürliche Duftstoffe zu vermeiden.

 

Quellen und interessante Beiträge/Videos

Martina Kerscher: Dermatokosmetik, Steinkopff/Springer, 2004

Worret/Gehring: Kosmetische Dermatologie, Springer, 2008

Comparison of alpha- and beta-hydroxy acid chemical peels in the treatment of mild to moderately severe facial acne vulgaris

Glycolic acid peel therapy – a current review

Effects of alpha-hydroxy acids on the human skin of Japanese subjects: the rationale for chemical peeling

Efficacy and safety of superficial chemical peeling in treatment of active acne vulgaris

Why pH matters for AHAs and acids in skincare | Lab Muffin Beauty Science

10 Fakten über Sonnenschutz und Anti-Aging auf Magi-Mania.de

 

DISCLAIMER: Ich habe keinen beruflichen Hintergrund in der Kosmetik, bin keine Dermatologin oder Chemikerin. Ich eigne mir mein Wissen selber an und würde mich niemals als Expertin bezeichnen. Solltet ihr Fehler entdecken, oder allgemeine Anmerkungen haben, dann schreibt mir unbedingt! Außerdem möchte ich jedem an's Herz legen, alle drastischen Veränderungen in der Hautpflegeroutine zuerst mit einem Hautarzt zu besprechen. Das gilt besonders für Menschen mit Hautkrankheiten. 

 

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